|
|
|
|
|
Text: DirkFreyling Bilder: T.Bachmann & AlexDirkFreyling |
|
Ist die Kunst noch zu retten ? Wunsch und Wirklichkeit ... einleitende Worte ... Der erfolgreiche, "angesagte" Gegenwartskünstler ohne "erkennbares" Können und [leider oftmals] ohne nennenswerte Aussage für sein Tun, ist - in der Summe aller Ereignisse - der vermeintlichen [Kunst]Freiheit weit entrückt. Weder Richtlinien, Ursachen, Werkzeugbeherrschung, (handwerkliche) Fertigkeiten, noch einen Erklärungsbedarf wird dem Kunstaktivisten als Basis bzw. Zugang zur Schöpfung "abverlangt". Dieser [un]formale Minimalismus verliert jegliche Perspektive der Gemeinnützigkeit, wenn die ursprünglichen historischen [Beweg-]Gründe keine Bedeutung mehr haben. Das akzeptierte Fehlen von "Können" und die erfolgreiche Eliminierung von [akademischer] Kritik, als Eckpfeiler der "freien" Kunst, rächen sich aufs schärfste. Was bleibt ist eine kommerzielle Symptomatik, sprichwörtlich nichts sagender, egoistisch motivierter Protagonisten. Zeitgenössische Kunst als "Beruf", beurteilt, selektiert und zum größten Teil ausgegrenzt von systemtreuen Kapitalisten bedeutet schleichende Sedierung und letztendlich das globale Koma für die Kunstfreiheit. Die
Bewertung, Wahrnehmung und der Erfolg von zeitgenössischer Kunst
bleiben Phänome der besonderen ART. Warum der eine oder andere Künstler
Kunstgeschichte schreibt und andere ähnlich talentierte Künstler ein
Leben lang plakativ gesprochen unveröffentlicht in Armut leben ist oft
nicht nachvollziehbar. Auch (zeitgenössische) Kunst war und ist wie
viele Lebens- und Arbeitsbereiche geprägt von Zufällen, Seilschaften
und kapitalistischer Willkür. |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
Als junger Mensch dachte ich, zeitgenössische Kunst ist eine kreative Form des gesellschaftspolitischen Kampfes gegen den Wahnsinn der Normalität. Das "auffällig häufige" Fehlen handwerklicher Fertigkeiten der Protagonisten schien als - «aus der Not heraus geborenes» - Stilmittel der "Kulturanarchie" akzeptiert. Obwohl zu dilettantische und minimalistische «Kunstwerke» mich immer schon nervten, war die Kopplung an intelligente Nonkonformisten und die daraus resultierende "Einheit" zumindest duldbar. Heute ist die [von Kunst-Geldgebern beliebig postulierte] erfolgreiche moderne Kunst bis auf sehr wenige Ausnahmen ein schlichtes Abbild der globalen gesellschaftlichen Entwicklungen. Oftmals überraschen und "verstören" die wahrnehmbaren "Meisterwerke der Moderne" aller Gattungen nur noch durch ihren "fantastischen" Preis. Weder das sie irgendeine Botschaft transportieren, noch irgendwie inhaltlich polarisieren oder gar als kritische intellektuelle Waffe dienen könnten, rauschen sie lediglich wie eine Bildstörung, beliebig, leblos und systemkonform im entpolitisierten, unerotischen kreativen Nichts. Wenn Kunst schon keine Aussage macht, dann sollte sie zumindest minimalistisch unterhalten. Weder die nach kapitalistischer Manier gepushte Gegenwartskunst der zahlreichen Kunstmessen und Galerien, noch die postulierte Kunst der Biennalen, Documenta(s),..., name it "they" got it, erfüllen häufig das Minimalprinzip. Gähnende Langeweile als Symptom und die Tatsache, dass die klassische Kunstkritik und deren Repräsentanten erfolgreich aus dem Kunstbetrieb ausgeschlossen wurden, ergänzen sich zum intellektuellen SuperGAU der einstigen Idee, Kunst als eine schöpferische, kritische "Projektionsfläche" des menschlichen Seins zu nutzen, als mögliche zensurfreie, plakative Reaktion auf den konditionierten Wahnsinn der [Menschen]Welt. |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
Wie funktioniert zeitgenössische Kunst ? Treffsicher und keineswegs scheu verkörpert MONOPOL (Magazin für Kunst und Leben aus dem schweizerischen Ringierkonzern, welcher auch das Polit-Magazin CICERO hervorbringt) wörtlich und exemplarisch das KunstMONOPOL für den deutschsprachigen Raum. Die MONOPOL Redaktion stellte im August Heft 2007 wiederholt die rhetorische Frage: Wer regiert die Kunstwelt ? Auf Seite 48 finden Sie auf Platz 9 des MONOPOL Rankings der wichtigsten Sammler Michael Ringier. Desweiteren können Sie kurz nachlesen das der Ringier Konzern und seine "Kunstexperten" und Institutionen, weltweit Kunst zunehmend dokumentieren, bewerten, postulieren und kapitalisieren. Der Ringier Konzern als 175 jähriges Familienunternehmen avanciert unter der keineswegs verheimlichten Prämisse Geld zu generieren, als Regulativ und Sedierer der freien [Kunst]Geister. Vereinfacht: MONOPOL macht die Kunst, Cicero die Politik. Beide Medien suggerieren kompetent, kritisch, pro Mensch und pro Freiheit zu sein. Sollen wir nun lachen oder weinen? Weinen müssen mit Sicherheit alle die, die draußen bleiben und erst gar nicht von der "MONOPOL"Redaktion "erwähnt" werden. Befremdlich wirkt es, wenn MONOPOL Redakteure im Sumpf der KUNSTWILLKÜR hier und da über Kunst auf der Documenta, oder aus China berichten, die gemäß MONOPOL ihre Beachtung und ihr Geld nicht wert sind !!! Nicht das die Documenta und deren präsentierte Künstler besonders aussagekräftig wären, aber die handvoll omnipräsenter MONOPOL-Kunsthelden, Pseudostörer und Langeweiler [Meese, Gursky, Ruff, Koons, Hirst,...] sind so abgegriffen, kitschig, kraftlos und statisch, wie die Parolen und Worthülsen prominenter Berufspolitiker. Die methodische, breit gefächerte Ignoranz intelligenter, libertärer, kritischer, unterhaltsamer Kunst und deren Konzepten, andererseits die überschwängliche, glorifizierende Erwähnung, Fokussierung, Förderung und der Ausbau systemtreuer KitschKunst, die Dekadenz in der Tradition von Seilschaften und Kapital, etablierter Schwachsinn [im "Wortsinn": Schwach im Sinn], extreme Willkür und implizierte Demütigungen der ausgegrenzten Einzelschicksale, sind Programm des [Kunst-]MONOPOLs. |
